Japans Kyoto mit der ganzen Familie

Tempel in KyotoKinkaku-ji Tempel Kyoto. Uta Börger
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Uta Börger

Japan gilt als eines der sichersten Reiseländer der Welt und eignet sich dank hervorragender Infrastruktur und zuvorkommender, hilfsbereiter Einwohner gut auch für einen Urlaub mit der ganzen Rasselbande.

In der alten Kaiserstadt Kyoto finden Familien mit Kindern zwischen historischen Tempeln, quirligen Märkten und ganz viel Natur perfekte Bedingungen für einen abwechslungsreichen Aufenthalt in Japan.

Direkt am Bahnhof befindet sich die Infobox des Nahverkehrs. Die Sehenswürdigkeiten sind sehr gut per Bus erreichbar.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten für jedes Alter

Kyoto, Japans Wiege der Kultur, bietet eine Fülle an Aktivitäten und sehenswerten Orten, die nicht nur Erwachsene begeistern werden. Mit mehr als 15 UNESCO-Weltkulturerbestätten, über 2.000 stimmungsvollen Tempeln und prachtvollen Geisha-Vierteln, kann man in Kyoto vor allem einen Blick auf das historische Japan werfen. Umgeben von grünen Bergen und durchzogen von zahlreichen Flüssen und Parks, gibt es in Kyoto auch viel Grün und Natur zu erleben. Für Kinder unter sechs Jahren sind viele Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen kostenlos, aber auch für Teenager bis 14 Jahre greifen meist vergünstigte Preise mit bis zu 50 Prozent Rabatt.

Ein Besuch der ehemaligen Kaiserresidenz im Herzen der Stadt, des Kyoto Imperial Palace, lohnt nicht nur aus architektonischer oder historischer Sicht: ein Zwischenstopp im umliegenden Park ist vor allem für Familien mit kleinen Kindern interessant. Hier gibt es nicht nur viel Platz zum Austoben, sondern auch viel Raum für Naturbegegnungen. Das großzügig angelegte Areal lässt sich gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Ein Höhepunkt für Kinder ist der Koi-Teich im Süden des Parks, der auch einen kleinen Schrein besitzt. Neben farbenfrohen, japanischen Karpfen gibt es hier auch Schildkröten und Enten zu entdecken. Im südwestlichen Teil liegt ein kleiner Bach, der in den schwül-heißen Sommermonaten in Kyoto für Abkühlung sorgt. Die tiefste Stelle des Gewässers beträgt zehn Zentimeter, sodass auch kleinere Kinder hier bedenkenlos im Wasser spielen können. Seit 2019 gibt es auch ein Restaurant in dem Park, in dem Reisenden sich bei Getränken und verschiedenen Mittagsgerichten stärken können.

Kyoto

Uta Börger

Wer einen Abstecker zu den Tempeln auf dem Hügel machen möchte, sollte sich hier den berühmten Goldenen Tempel Kinkaku-ji (Kyoto-Reisebericht Hauptbild) nicht entgehen lassen. Hier sind allerdings Menschenmassen unterwegs, dies ist sicher für kleinere Kinder weniger geeignet.

Gleich daneben finden sich weitere zwei große und berühmte Tempelanlagen, die weitaus ruhiger und weniger touristisch frequentiert sind. Ausgedehnte Parkanlagen bieten Schatten und Erholung von der quirligen lebhaften Stadtatmosphäre.

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Foto: Kyoto City Tourism Association

Ein entspannter Ort in Kyoto für die ganze Familie ist auch das Flussufer des Kamogawa, der Lebensader Kyotos. Im Norden der Stadt, wo Kamo und Takano zusammenfließen, liegt das Kamogawa Delta. Auf großen Trittsteinen in Schildkrötenform geht es von Ufer zu Ufer, auch Erwachsene werden Spaß an diesem speziellen „Wasserweg“ haben. Vor allem in den Sommermonaten ist dies ein beliebter Ort der Einheimischen, die hier auch gerne Sport treiben oder zusammen musizieren. Seit 2016 widmet sich der Künstler Daisuke Ikenishi der „Rock Balancing Art“ – Skulpturen aus perfekt ausbalancierten Flusssteinen. Diese finden sich quer über das Delta verteilt, mit etwas Glück trifft man auf Daisuke an den Wochenenden beim Austarieren seines neuesten Projekts und erhält persönliche Tipps zum Gestalten seines eigenen Kunstwerkes.

Kamigamo-jinja ist einer der ältesten Schreine Kyotos und ein perfektes Ausflugsziel für die ganze Familie. Während die Erwachsenen vor allem die Erhabenheit des historischen Ortes zu schätzen wissen, können sich die Kinder über viel Platz, Wasser und ein „weißes Pferd“ freuen. Der Schrein ist rund um die Uhr täglich geöffnet und der Eintritt ist frei.

Das weiße Pferd des Kamigamo-jinja kann der Legende nach nur von Göttern geritten werden. Glück soll aber all denjenigen zuteilwerden, die das heilige Tier einmal selbst in Augenschein nehmen. Neben einer öffentlichen Zeremonie am 7. Januar eines jeden Jahres, gibt es das Pferd auch sonntags, an Feiertagen und an jedem Ersten des Monats zu sehen. Direkt am Schrein liegt ein kleiner Bach. In den Sommermonaten ist das flache Gewässer auch eine schöne Spielgelegenheit für Kinder. Ein Spezialgericht des Schreins ist Yakimochi, ein flacher japanischer Reiskuchen (mochi) mit Bohnenpaste, der warm vom Grill am besten schmeckt!

Selbstverständlich darf Kyotos Naherholungsgebiet Nummer eins, Arashiyama, nicht unerwähnt bleiben. Inmitten herrlicher Natur gibt es viel für Kinder zu sehen und zu erleben. Spannend für Familien ist zum Beispiel eine Flussfahrt über den Hozugawa: auf einem traditionellen japanischen Boot, das vom Fährmann mit einer Bambusstange gesteuert wird, geht es 16 Kilometer flussabwärts, von Kameoka nach Arashiyama. Während der zweistündigen Fahrt bieten sich Besuchern fantastische Ausblicke auf die Berge und Schluchten im Westen Kyotos, während sie einige aufregende Stromschnellen passieren. Auf dem Fluss trifft man auch regelmäßig fliegende Händler, die Erfrischungen und japanische Snacks direkt vom Boot verkaufen. Tickets gibt es an der Anlegestelle, nahe der JR-Station Kameoka, für 4.100 Yen (circa 35 Euro) für Erwachsene, Kinder zwischen vier und zwölf Jahren zahlen 2.700 Yen (22,50 Euro).

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Monkey Park. Foto: Kyoto City Tourism Association

Ebenfalls im Westen Kyotos liegt auch der Monkey Park Iwatayama, der sich gut auf einer Tagestour nach Arashiyama verbinden lässt. Die rund 120 japanischen Makaken leben hier frei auf dem Gelände, Menschen dürfen sich nur bis auf drei Meter nähern. Für rund 100 Yen kann man Futter vor Ort erwerben, das die Affen an einer Fütterungsstelle erhalten. Den Park erreicht man über den Ichitanimunakata Schrein und nach einem 30-minütigen Aufstieg. Von oben hat man auch einen hervorragenden Blick auf die Stadt Kyoto. Öffnungszeiten: täglich zwischen 9 und 17 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr. Kinder unter vier Jahren dürfen kostenlos hinein, Kinder bis 15 Jahre zahlen 250 Yen (2 Euro).

Familienfreundlich essen in Kyoto

Die japanische Küche genießt weltweit einen hervorragenden Ruf und hält einige Geschmackserlebnisse bereit – und auch Kyoto bietet einige regionale Besonderheiten, die Reisende mit Kindern nicht verpassen sollten. Da in Japan eher sparsam gewürzt wird, sind die Speisen auch bestens für Kinder geeignet. In den meisten Restaurants kann man auch bereits von außen einen Blick auf die Speisekarte werfen: entweder anhand von detailgetreuen Plastikmodellen (japanisch „sampuru“ für Sample, Beispiel) oder durch Fotos auf den Menüs. Die oftmals sehr bunten und liebevoll verzierten Gerichte werden nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringen. Im Gegensatz zum restlichen Japan ist es in Kyoto übrigens auch kinderleicht, sich vegetarisch zu ernähren. Hier warten Shojin-Ryori (vegetarische Mönchsküche) und unzählige lokale Tofu-Spezialitäten darauf, probiert zu werden.

Fest einplanen sollte man als Familie einen Besuch auf Kyotos Nishiki Market. Liebevoll auch „die Küche Kyotos“ genannt, ist der Markt gleichermaßen bei Reisenden und Einheimischen beliebt. Was einst als Fischgroßhandel 1310 begann, ist heute ein lebendiger Ort voller kulinarischer Entdeckungen mit über 120 Shops und Restaurants. Nishiki ist ganzjährig geöffnet zwischen 9 und 18 Uhr.

Fischmarkt in Kyoto

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Eltern, die ihre Kinder mit japanischem Street Food vertraut machen möchten, können bei Miki Keiran Halt machen. Hier gibt es Dashi-maki-tamago, gerolltes Omelette nach japanischer Art, das mit Dashi (Brühe aus Seetang und Bonitoflocken) zubereitet wird. Kinder werden auch die japanischen Croquettes lieben: in Kyoto gibt es eine Schokoladenvariante, die bei Inoue Tsukudani zu finden ist. Für rund 100 Yen (80 Cent) sind die süßen Croquettes ein wahres Schnäppchen und meist vor Ladenschluss um 18 Uhr ausverkauft. Frühes Kommen lohnt hier in jedem Fall!

Wer mit Kindern lieber in einem Restaurant isst, kann aus einer Vielzahl an familienfreundlichen Restaurants wählen. Im Restaurant Ganko findet man nicht nur die wohl größte Sushi-Auswahl der Stadt, sondern kann auch kindgerechte Menüs und Teller bestellen. Japanische Ramen (Suppen mit Weizennudeln) gibt es prinzipiell überall in der Stadt, das Kyoto Ramen Koji vereint acht verschiedene dieser Restaurants unter einem Dach.

Eine Reservierung ist in vielen Restaurants in Kyoto erwünscht. Auf der Seite des Fremdenverkehrsamtes lässt sich dies bequem vorab erledigen. Zusätzlich gibt die Plattform Auskunft über Art und Umfang der Menüs, zu kinderfreundlichen Einrichtungen und dem Preisniveau.

 

Weitere Informationen über Kyoto: kyoto.travel/de
www.facebook.com/visitkyoto
www.instagram.com/visit_kyoto

Text: Paula Schmidt, KPRN network
Bilder, sofern nicht anders angegeben: Kyoto City Tourism Association