Utopie: Was wäre, wenn…? Augsburger Friedensfest

Bildnachweis: Christian Menkel

Kulturprogramm zum Augsburger Friedensfest befasst sich vom 22. Juli bis 8. August mit Zukunftsentwürfen

Wie schaffen wir Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben in einer von Vielfalt
geprägten Stadtgesellschaft? Diese Frage hat in der Friedensstadt Augsburg einen
besonderen Stellenwert. Sie steht auch im Mittelpunkt des Kulturprogramms zum
Augsburger Hohen Friedensfest, das mehrere Wochen vor dem einzigartigen Stadtfeiertag
am 8. August beginnt. Vom 22. Juli bis 8. August heißt es in Augsburg „UTOPIE: Was wäre,
wenn…?“. Bei über 60 Veranstaltungen an vielen Orten im Augsburger Stadtgebiet dreht
sich alles um neue und alte Visionen, besondere Begegnungen und kreative Möglichkeiten.

Utopien als Motor für eine bessere Zukunft?

Ob im gesellschaftlichen Zusammenleben, in Politik oder Technik: Wie denkt man „ohne
Geländer“ (Hannah Arendt), um die Herausforderungen der Gegenwart in eine bessere
Zukunft zu transformieren? Sind Utopien nur Hirngespinste von Träumer*innen, die keinen
Bezug zur Realität haben? Wann sind sie unrealistisch oder gar gefährlich? Wann sind
Utopien hilfreich? Bieten sie eine Möglichkeit, um Ideen und Alternativen für die Zukunft zu
entwickeln? Zukunftsängste haben Hochkonjunktur. Ist es da nicht an der Zeit, positive
Alternativen zu entwickeln und sichtbar zu machen? Und schließlich: Wie wollen wir gut
miteinander leben? Allen diesen Fragen widmet sich das Programm zum Friedensfest.

Utopien gestern, heute, morgen

Vielfältige Akteure der Friedensstadt befassen sich mit vielfältigen Formaten wie
Diskussionen und Gespräche, Begegnungen, Lesungen, Performances, Feiern, Filme,
Stadtführungen, Konzerte und Theater mit dem Thema Utopie. Historisches trifft auf
Gegenwärtiges und fragt nach dem Morgen. Zum Beispiel in der Auseinandersetzung mit
dem Humanisten Thomas Morus und dessen Schrift „Utopia“ aus dem Jahr 1516 oder in der
kritischen Reflexion von Visionen der 68-Bewegung. Wer denkt bei Utopie nicht an
Science-Fiction? Der russische Stummfilm „Aelita – Der Flug zum Mars“ von 1924 gilt als
früh(est)er Wegbereiter dieses Genres. Im Friedensfest wird er mit einer eigens
eingerichteten Live-Begleitung gezeigt. Und zwar mit einer Musik, die permanent Neues
entwirft und wieder verstreichen lässt – kreiert von den drei Improvisationskünstlern des
Jazz-Ensembles AJE-Kollektiv mit Andi Roßkopf, Jan Kiesewetter und Eric Zwang-Eriksson.

Schwerpunktthema Wohnen und zusammen Leben

Welche Rollen spielen Utopien für den christlichen Glauben und andere Religionen? Was
hat (Kultur-)Politik mit Utopien zu tun? Wie sieht eine Welt ohne Bargeld, Atomwaffen,
Gefängnisse oder Einsamkeit aus? Das sind Fragen und Ideen, die u.a. thematisiert werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage des gesellschaftlichen Zusammenlebens und Wohnens.
Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen des menschlichen Daseins. Braucht die
Gesellschaft der Zukunft angesichts zunehmender Wohnungsnot und steigender Mieten
andere Formen des Wohnens? Welche Rolle spielt dabei das große Thema Einsamkeit?
Zum vielfältigen Friedensfest Kulturprogramm gehören außerdem ein Weltmusikfestival
(„Festival der Kulturen“ – 27./28.7.), eine Sommer-Uni („Peace City Summer School:
Anfangen, Utopien zu leben“ – 2. bis 7.8.), eine Plakatausstellung, die erstmals außerhalb
Israels gezeigt wird („The Art of Utopia“ – 23.7. bis 8.8.), eine Theaterperformance, die mit
dem Publikum Geister beschwört („Past Forward“, 29.7.) und ein neues Literaturformat mit
zehn namhaften Autor*innen, das die (Un)Möglichkeit des Engagements heute ins Visier
nimmt ( „1. Augsburger Gespräche zu Literatur und Engagement“ – 23./24.7.). Zum
Schwerpunktthema Wohnen / zusammen Leben gehört ein utopisches Wohnlabor
(„Wolkenkuckucksheim für alle“ – 30.7. bis 2.8.) sowie ein Werkzeug für direkte
Begegnungen, das der Einsamkeit in den Städten den Kampf ansagt („Opendot“ – ab Juli bis
8.8.). Auch der „Taubenschlag“, das junge Friedenfest mit eigenem Programm, ist wieder
dabei, diesmal am Willy-Brandt-Platz (2.-8.8.).

Eröffnung des Kulturprogramms und Feiertag am 8. August

Eröffnet wird das Kulturprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest am 22. Juli um
11.30 Uhr mit der „Kleinen Friedenstafel“ auf dem Helmut-Haller-Platz in Oberhausen. Die
Eröffnung setzt ein Zeichen für die gelebte Utopie der Friedensstadt Augsburg: Alle
Bewohner*innen gehören gleichwertig zur Stadtgesellschaft.
Im Rahmen der abendlichen Eröffnungsfeier ab 20 Uhr im Kleinen Goldenen Saal wird in
Theaterdarbietungen, mit Gesprächen und Musik das Spektrum des Themas „Utopie: Was
wäre, wenn…?“ entfaltet. Das Theater Augsburg zeigt Szenen aus dem erfolgreichen Stück
„1968“. In der Gesprächsrunde treffen ein Schriftsteller, ein Künstler, eine Musikerin und
ein Cyborg zusammen und diskutieren über ihre Vorstellungen einer Welt von morgen
(Moderation: Achim Bogdahn, Bayerischer Rundfunk). Das Festprogramm am 8. August
findet traditionell mit Gottesdiensten, der großen Friedenstafel am Rathausplatz,
Kinderfriedensfest und Festkonzert statt.
Das Programm in gedruckter Form erscheint am 28. Juli. Es liegt in Augsburg an den
üblichen Auslagestellen aus, u.a. in der Bürgerinfo am Rathausplatz. In digitaler Form ist es
unter www.friedensstadt-augsburg.de erhältlich.

Info: Kulturamt der Stadt Augsburg / Friedensbüro
Christiane Lembert-Dobler (Leitung)
Kyra Schneider (Projektassistentin)
Telefon: 0821-324 32 62
E-Mail: friedensstadt@augsburg.de
http://www.friedensstadt-augsburg.de
Facebook: www.facebook.com/friedensstadt.augsburg