Start ins Leben

Mit 16, 18 oder 20 Jahren Mutter werden? Diese Schwangerschaften sind meist nicht geplant, aber dann durchaus gewollt und übrigens: Wann ist denn der optimale Zeitpunkt, um ein Kind zu  bekommen? Das kann nur jedes Paar individuell für sich entscheiden. Aber junge Schwangere sind von Anfang an damit konfrontiert, dass ihnen die Mutterrolle nicht zugetraut wird. Bereits in der Schwangerschaft gibt es tuschelnde Mitschüler und abschätzige Blicke. Ein brüllendes kleines Kind an der Supermarktkasse? „Ach, die junge Mutter hat das nicht im Griff.“ Im Bus: „Ach du bist mit deiner kleinen Schwester unterwegs?”: „Nein, das ist meine Tochter.“ Gar nicht so einfach, immer locker mit solchen Situationen umzugehen und sie nicht an sich ranzulassen. Oft hilft es, sich mit Mädchen in derselben Situation auszutauschen. Im Internet sind viele junge Mütter in  Foren und Chats aktiv, die Kontakt zu anderen Teeniemüttern suchen und gleichzeitig ein offenes
Ohr, Rat und Hilfe anbieten. Neben Internetkontakten gibt es auch Angebote vor Ort in Augsburg. So hat pro familia Augsburg das mama-mia-Projekt für junge Schwangere, Mütter und
ihre Kinder ins Leben gerufen. Hier werden Babypflegekurse und Geburtsvorbereitung für junge Frauen und ihre Partner angeboten. Außerdem gibt es den offenen mama-mia-Müttertreff alle zwei Wochen. Hier erfahren die jungen Frauen und ihre kleinen Kinder einerseits kompetente Unterstützung durch eine Fachkraft und persönlichen Austausch. „Wir machen all das, was andere Mütter auch zusammen machen, aber alle sind jung und das macht den Unterschied”, erzählt Hanna Weißbeck, Fachfrau in der Schwangerenberatung. „Die jungen Müttern unternehmen gemeinsam etwas, gehen zum Spielplatz oder in den Botanischen Garten. Die jungen Väter kommen zum Samstag-Familienfrühstück dazu.” Es hat durchaus Vorteile, ein Baby jung zu bekommen. In jungen Jahren ist man belastbar, fit und vor allem flexibel. In einem Alter, in dem die Lebensbereiche noch nicht zu 100 Prozent festgefahren sind, profitieren junge Eltern von mehr Flexibilität und Spontanität. Die Jahre zwischen 30 und 40 sind häufig verdichtet mit beruflicher
Entwicklung, Karriere und gleichzeitiger Familiengründung.

Ein brüllendes kleines Kind an der Supermarktkasse? „Ach, die junge Mutter hat das nicht im Griff.“ Gar nicht so einfach, immer locker mit solchen Situationen umzugehen.

 

Bereits im Studium die Kinder zu bekommen, entlastet diesen späteren Zeitraum enorm.  Wertigkeiten verändern sich: Was ist denn wirklich wichtig? Was für eine Katastrophe war früher der Fleck auf dem Lieblingsshirt? Mit Kind verändern sich die Prioritäten, man wird sozusagen im Schnelldurchgang reif und erwachsen und lernt, Verantwortung zu übernehmen. Und der junge Vater? Gerade selbst 18 geworden, erste eigene Schritte in ein selbstbestimmtes Leben gemacht und in ein paar Monaten kommt das erste eigene Kind zur Welt? Keine leichte Situation – Auch
wenn für den jungen Vater klar ist, dass er für die Mutter und das Kind da sein und die beiden nach Kräften unterstützen möchte. Vor allem dann, wenn die Eltern der Freundin vom ihm gar nicht begeistert sind…. Schule und Ausbildung: Auf jeden Fall fertig machen! Es gibt Teilzeitausbildungen. Und noch eine Sache sollten junge Mütter bedenken, wenn sie ihren künftigen
Bildungsweg planen: Schule ist meist leichter mit der Sorge um sein Kind zu vereinbaren als eine Ausbildung. Ist das Kind einmal krank, lässt sich der Stoff leichter nachlernen, eine Schulstunde mal versäumen. Am Arbeitsplatz hingegen, wo Zuverlässigkeit der Mitarbeiter gefordert wird, kann man weniger flexibel reagieren. Für jede frischgebackene Mama ist die Kindergeschichte eine neue spannende Sache und jede gibt sich große Mühe und trotzdem macht man nicht alles richtig. Egal wie alt oder jung man ist!

MAMA-MIA-GRUPPE
Mi alle 14 Tage, z.B. 05.06., 19.06., jeweils 15 – 17 Uhr
Für Schwangere, junge Mamis bis zum 23. Lebensjahr
pro familia Augsburg, Hermanstr. 1
o. Anm.: 0821 / 45 03 62-0