„Anna Barbara trägt Maske – du auch?“

kind mit maske

Die Corona-Krise verändert die Gesellschaft – auch die Schulgemeinschaften. Im Stetten-Institut entstand in den vergangenen Tagen trotz Ferien und Home-Schooling ein Kreativprojekt, das Solidarität, Kreativität und Rücksichtnahme der Schülerinnen stärken soll, auch wenn diese im Moment nicht zur Schule gehen dürfen.

Community-Maske, Mund-Nasen-Schutz oder Filtrierende Halbmaske? In Zeiten von Corona kann ein Blick auf die Seite des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hilfreich sein, wenn man für seine Schülerinnen ein Kreativprojekt gestalten will. „Anna Barbara trägt Maske – du auch?“ lautet der Titel des aktuellen Projektes am Stetten-Institut.

„Es wurde immer wahrscheinlicher, dass wir bald nur noch mit einer Maske vor die Tür dürfen. Deswegen haben wir uns in der Schulfamilie überlegt, wie man den Schülerinnen ein wenig von dem befremdlichen Gedanken, dass sie in bestimmten Situationen eine Maske tragen müssen, nehmen könnte“, berichtet Silke Stöcker, Mitarbeiterin im Direktorat des Gymnasiums.

Die Schülerinnen erhielten deshalb gemeinsam mit den Ostergrüßen der Schulleiterin Barbara Kummer ein Schreiben, in welchem Anleitungen zum Häkeln, Stricken, Nähen oder Falten von Masken zu finden waren. Um die Ergebnisse zu sammeln, wurde auf der Online-Schulplattform „mebis“ ein Ordner mit dem Titel „Anna Barbara trägt Maske – du auch?“ eingerichtet, in welchen die Schülerinnen Fotos ihrer kreativen Kunstwerke hochladen können. Diese sollen dann als Collage sowohl auf der Homepage als auch im Schulhaus präsentiert werden. „Es soll in keinerlei Weise ein Wettbewerb sein, sondern es geht uns vielmehr um das Miteinander. Außerdem ist es uns wichtig, Kontakt zu halten zu unseren Schülerinnen, die wir schon viel zu lange nicht mehr gesehen haben. Natürlich ist die Schutzwirkung von DIY-Masken nicht wissenschaftlich belegt, dennoch glauben wir, dass wir unseren Schülerinnen so bewusstmachen können, dass Rücksichtsname – vor allem älteren und kranken Personen gegenüber – bei gleichzeitiger Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen das oberste Gebot ist“, fasst Barbara Kummer das Ziel des Projektes zusammen.

Die Schülersprecherin Elena Rechner (Q12) findet es sehr gut, dass den Schülerinnen das Thema so nahegebracht wird und glaubt, dass vor allem den jüngeren Schülerinnen eine Maskenpflicht so besser vermittelt werden kann, da diese auch sehr stolz auf ihre selbstangefertigten Masken seien. Sie selbst, die kurz vor dem Abitur steht, sei gerne bereit, eine Maskenpflicht in Kauf zu nehmen, wenn dies der Schritt zurück in ein einigermaßen normales Leben sei. Ebenfalls positiv äußert sich Helena Lenz aus der 8. Klasse zum Projekt, obwohl sie befürchtet, dass das dauerhafte Tragen von Masken sehr anstrengend sein könne.
Auch die Lehrkräfte und Mitarbeiter des Stetten Instituts sind schon fleißig dabei, kreative Masken zu gestalten. Diese dürfen die Schülerinnen dann im Rahmen eines Quiz, das ebenfalls auf mebis eingestellt wird, den entsprechenden Lehrkräften und Mitarbeitern zuordnen.

Das Stetten-Institut besteht aus einem Gymnasium mit sprachlicher und naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung und einer Realschule unter einem Dach (Realschulzweige: Wirtschaft, Französisch, Kunst und Soziales). Die Schulen sind staatlich anerkannt und befinden sich in evangelisch-lutherischer Trägerschaft, verstehen sich aber ausdrücklich als offen für Schülerinnen aller Religionszugehörigkeiten. In Tradition ihrer Gründerin Anna Barbara von Stetten werden ausschließlich weibliche Schülerinnen aufgenommen. Heute besuchen rund 1.200 Mädchen und junge Frauen die beiden Schulen, die auf einem weitläufigen Grundstück in der Augsburger Innenstadt liegen. In verschiedenen Projekten können Mädchen an den beiden Schulen forschen, musizieren, debattieren oder Theater spielen.