Mit großen Schritten zur Schule

Kindlich gemalte Gebilde

Kinder zwischen vier und sieben Jahren, die Förderbedarf in den Bereichen Sprache, Wahrnehmung, Motorik, sozial-emotionale Entwicklung, Konzentration oder Aufmerksamkeit haben, brauchen Hilfe in ihrer Entwicklung. Die schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) leisten genau diese mit dem Ziel, die Kinder entsprechend zu fördern und ihnen einen erfolgreichen Start in einer Regelschule zu ermöglichen.

Wenn Kinder es schwer haben
Der Verein Schwabenhilfe für Kinder e.V. unterstützt und begleitet seit 40 Jahren Kinder und deren Eltern mit einem flächendeckendem Netz solcher SVEs. „Im Laufe der Kindergartenzeit zeichnete sich immer mehr ab, dass unser Sohn mit dem offenen Konzept des Kindergartens nicht gut klarkam“, berichtet Familie Seidl. Der Junge besuchte den Kindergarten vor Ort und ging am Ende nur noch mit großen Überredungskünsten dorthin. Die für die Familie richtige Lösung war der Wechsel zur SVE: „Schon nach wenigen Tagen fühlte sich unser Sohn dort sehr wohl. Aber uns fiel die Entscheidung nicht leicht.“ Denn gerade im Umfeld gab es viele skeptische Fragen, was den Besuch der SVE anging.

Individuelle Stärken im Mittelpunkt
Auch bei Familie von Goerne hieß es: „Das ist eine Einrichtung für schwierige Kinder, solche, die sich nicht benehmen können.“ Der Sohn hatte einige Schwierigkeiten im emotionalen und motorischen Bereich. „Ich bin seinem Kindergarten sehr dankbar für die Ehrlichkeit und den Hinweis, die SVE zu besuchen“, so die Mutter, die anfangs Angst vor Tests hatte und besorgt war, ihr Sohn werde in eine Schublade gesteckt. Natürlich wird bei allen Kindern, die eine SVE besuchen, ein Förderbedarf festgestellt. Aber es geht hier nicht um Defizite, sondern vor allem um individuelle Stärken, die begleitet und unterstützt werden.

Ein abwechslungsreicher Vormittag
Ein typischer Vormittag in der SVE unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht wesentlich von einer „normalen“ Kindergartengruppe: Stuhlkreis, Spielen, Malen, Basteln, gemeinsame Brotzeit und kleine Dienste stehen auf dem Programm. Jedoch beträgt die Gruppenstärke hier nur zehn bis zwölf Kinder. Immer wieder unterstützt eine Betreuungsperson ein Kind oder eine kleine Gruppe, begleitet das Tun, hilft und leitet an. Im Jahresverlauf gibt es auch besondere Aktionen wie Feste, Theaterbesuche oder Konzerte.

Auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern
Häufig entsteht der Kontakt zwischen Eltern und SVE durch die verantwortungs- und vertrauensvolle Arbeit und Elternberatung in den Kindergärten. Auch KinderärztInnen, TherapeutInnen wie LogopädInnen oder ErgotherapeutInnen sowie Frühförderstellen sprechen Empfehlungen für den Besuch einer SVE aus. Beim ersten Besuch geben die Eltern ihre Sichtweise auf die Entwicklung des Kindes, ein eventueller Förderbedarf wird geklärt und besprochen. Im Anschluss erfolgt die Beschäftigung mit dem Kind, es wird gespielt und auch am Tisch gearbeitet. Das geschieht stets in kindgerechter Weise, mit verschiedenen Materialien und Spielen. Die Beobachtungen und Ergebnisse werden den Eltern aufgezeigt und erklärt. Wird dabei ein Förderbedarf festgestellt, kann die Empfehlung für die Aufnahme in die SVE gegeben werden. Die Beratung erfolgt dabei ergebnisoffen, es werden also auch andere Fördermöglichkeiten für das Kind aufgezeigt. Gemeinsam wird dann überlegt, wie der weitere Weg aussehen könnte, die endgültige Aufnahme erfolgt nur auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern.

Eltern als Partner
Die Eltern werden von Anfang an in die Förderarbeit einbezogen. „Die SVE war in ihrer Arbeit stets transparent für uns Eltern und es bestand immer die Möglichkeit, sich mit den Erziehern über das Kind auszutauschen“, so Familie Seidl. In regelmäßigen Gesprächen werden Fortschritte, Ziele etc. besprochen und gemeinsam wird die weitere Förderung geplant. Auch Familie von Goerne ist begeistert: „Gemeinsam als Elternhaus und Einrichtung, als Partner schaffen wir das. Die SVE begleitet und unterstützt uns als Familie und unseren Sohn als Mensch auf seinem Weg.“ Im Vorschuljahr steht neben den Förderbereichen die Schulfähigkeit im Mittelpunkt. Der individuelle Stand eines jeden Kindes wird durch Beobachtungen und Testverfahren ermittelt, mit den Eltern besprochen und es wird eine Beratung bezüglich der Schulwahl gegeben. Die Entscheidung, welche Schule das Kind im Anschluss an die SVE besuchen soll, treffen dann die Eltern.

Familie von Goerne hat sich auf die SVE eingelassen: „Wir sind belohnt worden – vor allem unser Sohn. Es war Glück, die SVE als Begleitung bekommen zu haben.“ (ab)

INFO:
Schulvorbereitende Einrichtungen der Schwabenhilfe für Kinder e.V. in der Region:

  • Stadt Augsburg: Simpertschule, Kolberstr., Martinipark,
    Bürgermeister-Bohl.-Str.
  • LK Augsburg: Meitingen-Erlingen, Stettenhofen, Achsheim,
    Graben, Fischach-Reitenbuch
  • LK Aichach-Friedberg: Aichach, Friedberg, Ried
  • LK Günzburg: Burgau, Ichenhausen-Autenried
  • LK Donau-Ries: Wemding, Donauwörth, Alerheim, Wechingen

Kinder, die weiter als zwei Kilometer von der SVE entfernt wohnen, werden mit einem Kleinbus abgeholt und heimgebracht.

Schwabenhilfe für Kinder e.V., Auf dem Kreuz 58, Augsburg,
Tel.: 0821 / 346 17-0, info@schwabenhilfe.de

www.schwabenhilfe.de