Die große Wörterfabrik

HINWEIS: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr (Erscheinungsdatum: 23. März 2018). Es kann sein, dass Inhalte dieses Artikels sich geändert haben. Hier geht es zu unseren aktuellen Meldungen.

Paul und Marie leben in einem Land, in dem man kaum mit­einander spricht. Denn um sprechen zu können, muss man sich die Wörter kaufen und sie wie Essen hinunterschlucken. Da Paul nur wenig besitzt, geht er sparsam mit seiner Sprache um, lange Sätze kosten schließlich ein Vermögen. Gäbe es Whats-App, Twitter oder SMS in Pauls Welt – er wäre wahrscheinlich ständig pleite. Aus Mangel an Geld muss Paul seine Wörter sogar im Müll suchen oder sie mit einem Schmetterlingsnetz aus der Luft fangen. Doch was tut man, wenn man jemandem unbedingt etwas sagen möchte? Wenn man jemandem zum Beispiel »Ich liebe dich« sagen will?

Die Kinderoper »Die große Wörterfabrik« von Martin Zels nach einem Bilderbuch von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo, geschrieben für einen Mezzosopran, Streicher und Perkussion, macht das Augsburger Theaterpublikum ab dem 2. April im martini-Park eindringlich auf den Stellenwert menschlicher Sprache aufmerksam. Schließlich ist es für uns normal geworden, uns immer und überall mitzuteilen. Dabei ist es meistens egal, um was es inhaltlich eigentlich geht. Hauptsache, wir haben etwas »gesagt«. Durch die totale Wert-Verkehrung hält uns die Oper spielerisch einen Spiegel vor und fragt, wie wir im täglichen Leben mit unserer Sprache und unseren Wörtern umgehen. Vielleicht ist man überrascht und beginnt, anders über die Bedeutung von Sprache nachzudenken: Dass Sprache nicht nur dazu da ist, um sich selbst mitzuteilen, sondern um eine Brücke zum anderen zu bauen.

02.4.2018 15:00 | Foyer martini-Park
08.4.2018 11:00 | Foyer martini-Park
14.4.2018 15:00 | Foyer martini-Park
10.5.2018 15:00 | Foyer martini-Park

Altersempfehlung: Ab 8 Jahren

Tickets: www.theater-augsburg.de