Wildes Winteraustreiben in Diedorf

Studenten der Uni Augsburg veranstalten am Freitag 05. Januar 2018 um 19 Uhr, mit einigen der alten gruseligen Perchtenmasken des Maskenmuseums ein uriges Perchtenspiel auf der Wiese vor der Diedorfer Schmuttertalhalle. Andere Perchtengruppen aus Gablingen und Mittelneufnach und unsere Diedorfer Germanen werden den Tanz um´s Neujahrsfeuer lautstark und wild unterstützen.

Obwohl die fellbekleideten Perchten, wilde Holzmasken tragen und lautstark den Winter austreiben wollen, kann die Veranstaltung erfahrungsgemäss auch Familien mit kleineren Kindern empfohlen werden. Die historisch alten Masken und Kostüme aus dem Alpengebiet stammen aus dem Maskenmuseum Diedorf. Fackeln, Glocken- und Schellenläuten und Trommler begleiten den Lauf der Perchten und den Tanz um s Feuer an der Mehrzweckhalle. Das Spiel beginnt am neu geplanten Rathausplatz auf der großen Wiese zwischen den beiden neuen Kirchen und der Schmuttertalhalle gegenüber der rotgestrichenen Feuerwehr in der Lindenstrasse. Alle sind herzlich und kostenlos eingeladen.

Die Veranstaltung ist mit der Bahn im Halbstundenrythmus vom Bahnhof Augsburg und mit den Regionalbussen Augsburg Richtung Dinkelscherben (Haltestelle Augsburg Theater und Hbf. und Diedorf Zentrum/Maskenmuseum oder Seniorenzentrum) erreichbar. Parkplätze stehen am Park- und Rideplatz am Bahnhof zur Verfügung (5 Minuten zu Fuß)

Was sind die Perchten?

Weit vor unserer Christianisierung glaubten die Menschen an die Macht wilder Wintergeister und das Wirken guter Götter und Göttinnen, die die Fruchtbarkeit der Felder und Tiere und eine Wiedergeburt nach dem Tod so wie in der Natur nach dem Jahreswechsel bewirken sollten. Die Fruchtbarkeits- und Todesgöttin Perchta leitet sich wohl von Göttinnen des nahen Orients wie Astarte, Isis ,Kybele ,Demeter und deren Tochter Persephone ab. Eine mundartliche Verschleifung von Persephone zu Berscht oder Berchta ist naheliegend. Heute weiß man, dass der Kult von Demeter und ihrer Tochter Persephone, der Kult von Eleusis bei Athen noch lange neben dem Christentum in den südosteuropäischen Ländern und in abgelegenen Alpentälern existierte und zum Austreiben der bösen Wintergeistern mit hässlichen Masken und viel Lärm in der Zeit nach Weihnachten und vor der Aussaat auf die Felder gefeiert wurde. In den „Rauhen Nächten“, wenn das alte Jahr quasi stirbt und das Neue frisch beginnen soll, glaubt man das Tor zur alten Welt und zu den alten Göttern geöffnet und so laufen auch heute noch zwischen Weihnachten und Dreikönig in den Alpen und im Alpenvorland schrecklich verkleidete Gesellen mit „wüaschten“ holzgeschnitzten Masken von Haus zu Haus, um den Winter und alles Schlechte vom alten Jahr zu vertreiben und Platz für Neues zu schaffen.