Überland im Schülerbus

Schülerbeförderung nennt es sich, wenn eine Horde Kinder und Jugendlicher morgens und mittags ihren Weg zur Schule oder nach Hause in öffentlichen Verkehrsmitteln antritt. Gerade im nichtstädtischen Bereich drängen sich die Schüler dabei in immer den gleichen Bussen, da hier die Linien seltener bedient werden. liesLotte unterhielt sich mit Busfahrer Ralf Spannagl, der für Omnibus Schick die Linie 400 von Wertingen nach Meitingen fährt.

Welchen Herausforderungen stehen Sie als (Schul-)Busfahrer gegenüber?
Man muss die Augen und die Konzentration überall gleichzeitig haben. Wenn viele Schüler im Bus sind, muss man auf sie ein Auge werfen, man muss fahren und den Verkehr im Blick haben, was gerade über Land mit überholenden Autos eine Herausforderung ist. Auch wenn es keine schwere körperliche Arbeit ist, so ist es doch sehr anstrengend. Außerdem gilt man schnell als Buhmann – aber manchmal muss man halt was sagen.

Was sind das dann für Situationen?
Na ja, wenn zum Beispiel Fangus im fahrenden Bus gespielt wird … Dann mache ich über Mikro eine Durchsage mit Namen. Das hilft. Wenn es untereinander Schwierigkeiten gibt, kommen die Schüler zu mir. Ich versuche dann immer zu vermitteln. Aber am schlimmsten sind für mich die Haltestellen, wenn sich dort viele Kinder drängeln, um den besten Platz im Bus zu ergattern. Da habe ich immer Angst, dass mir selbst bei sehr langsamer Einfahrt in die Haltestelle einer unter die Räder kommt, so wie dort geschubst wird.

Gibt es oft schwierige Situationen?
Nein, eigentlich nicht. Es gab noch keine Schlägereien und es wurde noch nichts im Bus kaputt gemacht, so wie manch andere Fahrer das erzählen. Ich denke, das liegt daran, dass ich im Bus harmonisiere. Die Kinder kennen mich und ich kenne sie. Wenn jeden Tag ein anderer Fahrer da ist, gibt es kein Vertrauen und dann kommen die Probleme.

Gab es ein schönes Erlebnis?

Ein Weihnachtsgeschenk von einem meiner Schüler: „Bester Busfahrer der Welt“ stand darauf! Als ich den Job anfi ng, war ich mir nicht sicher, ob mir der Schulbusbetrieb gefällt. Inzwischen freue ich mich jeden Tag auf die Kinder.

Wo könnte Ihrer Meinung nach eine Verbesserung stattfinden?
An den Haltestellen. Hier würde ich mir wünschen, dass weniger Hektik herrscht und die Kinder besser geschult werden, wie man sich hier verhält. Da wäre es sicher hilfreich, wenn auch die Lehrer, die vor den Schulen stehen, mal was sagen würden.

Haben Sie Wünsche an die Eltern oder Kinder?
Es wäre schön, wenn die Eltern ihren Kindern sagen, dass sie im Bus während der Fahrt sitzen oder stehen bleiben sollen und nicht herumlaufen. Und dass sie ihren Müll nicht einfach rumschmeißen. Die Kinder sollen einfach weiterhin so brav bleiben!