Achtung Hoverboard

Es ist der Traum vieler Kinder und manch einer besitzt schon eines: Hoverboards. Doch Hoverboards dürfen nicht am Verkehr teilnehmen. Dazu gehören Straßen ebenso wie Fußwege und Fahrradwege. Denn in der Mobilitätshilfenverordnung wird geregelt, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge nur mit einer lenkerähnlichen Haltestange, einem Versicherungskennzeichen, Vorder- sowie Rücklicht, Refl ektoren und weiteren Vorschriften eine Betriebserlaubnis erhalten.

Dann gilt, dass man mindestens den Führerschein für Mofas (Mindestalter 15 Jahre) besitzen muss. Wer sich nicht daran hält, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit, im schlimmeren Fall des Fahrens ohne Führerschein sogar eine Straftat mit Führerscheinentzug, einer hohen Geldstrafe oder Gefängnis, Punkte in Flensburg inklusive. Bei Kindern unter 16 Jahren gilt diese Strafe für die Eltern! Renate Gielnik, Ninebot Center Augsburg, fasst es zusammen: „Bis 15 Jahre darf keines dieser Fahrzeuge auf öffentlichen Flächen gefahren werden.“ Mit Hoverboard und Co. sollte also nur auf privaten Flächen, zu denen es keinen öffentlichen Zugang gibt, die also mit Zaun oder Schranke gesichert sind, gefahren werden. Ausnahme: Das Gefährt ist nicht schneller als 6 km/h. Dann darf der Fußweg benutzt werden. Der Tipp von Renate Gielnik lautet: „Weg vom Straßenverkehr! So kann man Spaß haben und läuft nicht Gefahr, jemanden zu schädigen.“ Denn während die private Haftpfl icht für Schäden aufkommt, die beispielsweise durch ein weggeschleudertes Longboard entstehen, sind elektrisch betriebene Fahrzeuge nicht versichert. Auch wenn verschiedene Versicherungen diese inzwischen aufnehmen, so sollte es doch mit Vorsicht genossen werden. Denn für etwas, das nicht erlaubt ist, erfolgt auch keine Schadensübernahme. Für alle, die trotzdem gerne ein elektrisch betriebenes Fahrzeug ausprobieren möchten, bietet Ninebot Center Augsburg ein Familienevent an. Während die Kinder auf dem vereinseigenen Gelände fahren dürfen, können Eltern, die im Besitz eines Führerscheins sind, mit ordnungsgemäß zugelassenen Fahrzeugen eine kleine Ausfahrt machen.
Info: www.segway-augsburg.de

Was ist sonst noch verboten / erlaubt?

Kopfhörer

Die Straßenverkehrsordnung § 23 Abs. 1 besagt, dass der Nutzer eines Fahrzeuges, also auch eines Fahrrades, dafür Sorge zu tragen hat, dass sein Gehör nicht durch Geräte beeinträchtigt ist. Dazu gehören Kopfhörer. Es kommt also auf die Lautstärke an. Wer aber als Fahrradfahrer sicher durch den Verkehr kommen möchte, sollte alle Sinne nutzen. Dies gilt auch für Fußgänger, für die es keine
entsprechende Regelung gibt.

Handy

Dasselbe gilt für Handys. Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobiltelefon nicht benutzen, wenn dies gehalten werden muss (§ 23 Abs. 1a StVO). Und auch für Fußgänger gilt §1 der Straßenverkehrsordnung: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht – was mit dem Blick aufs Handy nicht gegeben ist.

Licht

Für Fahrräder sind vorgeschrieben ein weißer Frontscheinwerfer, eine rote Schlussleuchte, Reflektorstreifen oder gelbe Speichenreflektoren vorne und hinten, ein weißer Reflektor vorne, ein roter Großflächenrückstrahler (gekennzeichnet mit „Z“), ein kleinerer roter Rückstrahler hinten sowie gelbe Rückstrahler an den Pedalen nach vorne und hinten.

Anschnallen + Kindersitz

In Kfz gilt grundsätzlich die Angurtpflicht für Erwachsene und Kinder. Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind, müssen zusätzlich entsprechende Rückhalteeinrichtungen, also Kindersitze benutzt werden. Eine Ausnahme besteht nur in Omnibussen.

E-Bikes

Pedelecs, bei denen der Fahrer selbst Muskelkraft aufwenden muss und der Elektromotor nur unterstützt, sind Fahrrädern gleichgestellt. Daher gilt keine Altersbeschränkung oder Führerscheinpflicht. Da Geschwindigkeiten bis 25 km/h erreicht werden, empfiehlt es sich, für Kinder zunächst die Geschwindigkeit zu drosseln. Während im Straßenverkehr und auf täglichen Fahrten ein Elektrorad für Kinder nicht sinnvoll ist, können sie auf längeren Touren mit Erwachsenen besser mithalten, sollten jedoch bereits sichere Fahrradfahrer sein. Erste Versuche sind frühestens ab zehn Jahren empfohlen, die Teilnahme im Straßenverkehr frühestens ab 14 Jahren. Schnelle S-Pedelecs sowie die eigentlichen E-Bikes bis 45 km/h benötigen als Kleinkrafträder mit geringerer Leistung ein
Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis und dürfen ab 15 Jahren gefahren werden.

Schulweg mit dem Fahrrad

Es gibt keine Regelung, ab welchem Alter Kinder selbstständig mit dem Fahrrad zur Schule fahren dürfen. Allerdings sind Kinder im Grundschulalter mit dem Fahrrad schnell überfordert, da Treten, Lenken und richtig Reagieren erfordert, mehrere Tätigkeiten gleichzeitig zu koordinieren. Daher gilt die Empfehlung, Kinder erst nach der Fahrradausbildung in der 4. Klasse zur Schule fahren
zu lassen. Eltern sollten aber immer selbst entscheiden, wann ihr Kind fit genug ist, die Anforderungen ans Fahrradfahren im Straßenverkehr zu meistern.

Mit dem Rad auf dem Fußweg

Kinder bis acht Jahre sind verpflichtet, auf dem Gehweg zu fahren. Das bedeutet auch, dass sie bei einer Straßenüberquerung ihr Fahrrad schieben müssen. Radwege sind ebenfalls tabu und dürfen erst ab acht Jahren benutzt werden. Kinder ab acht Jahren bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen den Gehweg benutzen. Ab zehn Jahren muss die Straße bzw. ein vorhandener Radweg genutzt werden.
Für Eltern gilt, dass sie ihr Kind bis zu dessen vollendetem 8. Lebensjahr auf dem Fußweg begleiten dürfen. Auch für sie gilt: Fahrrad schieben bei der Überquerung einer Straße.