Wenn es im Ranzen klingelt: Schulkinder brauchen Regeln fürs Handy

HINWEIS: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr (Erscheinungsdatum: 9. September 2013). Es kann sein, dass Inhalte dieses Artikels sich geändert haben. Hier geht es zu unseren aktuellen Meldungen.

handyWenn die Schule beginnt, kommen viele Familien erst wieder am späten Nachmittag zusammen und viele Eltern stellen sich die Frage, ob ihr Kind ein Handy für unterwegs bekommen soll.
Doch ein Mobiltelefon für die Schultasche sollte nicht unüberlegt angeschafft werden, empfiehlt „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“, der Medienratgeber für Familien.

In Gedanken nimmt so mancher Arbeitnehmer seine Kinder mit ins Büro. Was liegt da näher, als den Nachwuchs mit einem Handy auszurüsten, um schnell nachfragen zu können, ob alles in Ordnung ist.

„Wer seinem Kind ein Handy kauft, um es tagsüber erreichen zu können, sollte sich die Zeit
nehmen, das Kind in diese oft noch unbekannte Welt zu begleiten. Denn den sicheren Umgang mit den Geräten müssen Kinder erst noch lernen.“, sagt Kristin Langer, Mediencoach von „SCHAU HIN!“.

Handy ist erst sinnvoll ab neun Jahren
„Sinnvoll ist ein eigenes Handy ab rund neun Jahren. Dann sind Kinder in der Lage, das Gerät zusammen mit den Eltern einzurichten, mit den Funktionen umzugehen und auch Absprachen über die Nutzung einhalten zu können“, betont Langer. Es ist hilfreich, das Telefon von Kindern und Jugendlichen mit einer Prepaid-Karte auszustatten, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, was die Handy-Aktivitäten kosten. Generell ist es ratsam, Premiumdienste wie Klingeltonabos oder teure SMS für Kinder über die „Drittanbietersperre“ direkt beim Mobilfunkanbeiter sperren zu lassen. Hier werden die Leistungen von Fremdanbietern unterbunden. Einige Mobilfunkanbieter haben auch spezielle Jugendschutztarife, bei denen solche Dienste bereits vorab gesperrt sind.

Wichtig für Eltern und Kinder ist es zudem, die Gepflogenheiten der Schule im Umgang mit dem Mobiltelefon zu kennen und zu beachten. „Der Gebrauch von Handys ist ein wichtiges Thema für den Elternabend, denn die Schulen haben dafür feste Regeln. Die Nutzung während des Unterrichts ist aber ganz klar tabu. Das müssen die Kinder wissen“, erklärt Langer weiter. Sie rät dazu, auch in den eigenen vier Wänden klare Regeln für den Umgang des Kindes mit dem Handy zu vereinbaren – etwa dass das Handy bei den Hausaufgaben und beim Essen ausgeschaltet bleibt. „Daran sollten sich Papa und Mama natürlich auch selbst halten“, so Langer.
Das erste Handy – und gleich ein Smartphone?
„Bis zu einem Alter von zwölf Jahren sollten Kinder kein Smartphone besitzen, da Kinder in diesem Alter in der Regel die Reife besitzen, mit den vielen Funktionen verantwortlich umgehen zu können“, meint Langer. Entscheiden sich Eltern dennoch für ein Smartphone als „Kinder-Handy“, sollte zumindest am Anfang der Internet-Zugang auf dem Handy deaktiviert und die Bluetooth-Schnittstelle abgeschaltet werden. Über die mobile Internetnutzung und die damit verbundenen Möglichkeiten und Risiken sollten Eltern intensiv mit ihrem Kind sprechen. Wichtig ist, dass es lernt, seine persönlichen Daten zu schützen und etwa die Handynummer oder Adresse nicht Unbekannten im Chat anzuvertrauen, dies gilt auch für Fotos und Videos, die mit dem Handy gemacht werden.

Gespräche über Handydaten sind ein sensibles Feld, da ein Smartphone für Kinder mit ihren
Kontakten ein sehr persönliches Gerät ist. Für die Eltern kommt es bei den Gesprächen auf
besonderes Fingerspitzengefühl an – was für ihr Kind und dessen Privatsphäre wichtig ist.

Um ihr Kind vor unpassenden Inhalten im Netz zu schützen, erhalten Eltern Unterstützung durch Sicherheits-Apps wie die kostenlose „Vodafone Child Protect App“ (www.vodafone.de/privat/appsundfun/childprotect.html). Diese App hilft ihnen, ihr Kind vor unerwünschten Anrufen, Nachrichten und Webinhalten auf Basis eines Jugendschutzfilters zu schützen. Mit ihr lässt sich der Internetzugang zeitlich begrenzen oder generell abstellen und auch die Installation neuer Apps unterdrücken. Andere Apps wie „Meine-Startseite“, die auf dem KinderServer (www.kinderserverinfo.de) basiert und die „fragFINN-App“ (www.fragfinn.de) bieten Kindern einen kindgerechten Surfraum geprüfter Webseiten. Wichtig dabei: Diese technischen Hilfsmittel ersetzen keine aktive Medienerziehung. Anleitungen, wie Smartphones für Kinder eingestellt werden können und ein
Themenflyer finden sich auf der Website von „SCHAU HIN!“ (www.schau-hin.info).

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF sowie der Programmzeitschrift
TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und
Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.