Inklusion – Vortragsreihe

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Der Mensch mit Behinderung als Subjekt des eigenen Lebens Die Augsburger Vortragsreiche “Inklusion – Weg in eine neue Gesellschaft” plädiert für eine Erweiterung der Perspektiven in der Wahrnehmung und im Umgang mit Behinderung.

Weg von einer Haltung der Fürsorge und Wohltätigkeit – und einer dadurch oft bedingten Entmündigung – und hin zu einer tatsächlich inklusiven Sicht, die Menschen mit Behinderung als Subjekt des eigenen Lebens anerkennt! Das ist Motto und Ziel einer Vortragsreihe, die am 20. Oktober 2011 an der Universität Augsburg beginnt und mit insgesamt sieben Vorträgen bis in den Juni 2012 hinein reicht. “Die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung wird allzu oft über die Köpfe der Betroffenen hinweg diskutiert”, meint Dr. Pius Thoma, der gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Cornelia Rehle am Augsburger Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik das “Forum für inklusive Strukturen an Schulen in der Region” (FISS) verantwortet. FISS strebt eine “Schule für alle” an, eine Schule, in der die gesamte Spannbreite der Vielfalt unter den Kindern – von den lernschwachen und förderbedürftigen bis hin zu den hochbegabten – vorbehaltlos akzeptiert und angenommen wird. FISS hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, an Schulen in der Region Augsburg und darüber hinaus inklusive Strukturen und Praktiken anzubahnen und zu etablieren. “Wir wollen einen konstruktiven Beitrag zur Reform unseres Schulsystems leisten”, so Thoma. Abkehr vom traditionellen Defizit-Ansatz Die Inklusion von Kindern mit Behinderung habe dabei ein besonderes Gewicht, setze aber eine Abkehr von jenem traditionellen Defizit-Ansatz voraus, der Behinderung weitgehend als ein Phänomen der Begrenztheit, der Abhängigkeit und der Insuffizienz wahrnehme. “Wenn Inklusion gelingen soll, muss ‘Behinderung’ als eine mögliche und vielerlei Potentiale in sich bergende Facette des Lebens erkannt und anerkannt werden”, meint Thoma und betont: “Aus diesem Perspektivwechsel können wichtige Impulse für eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft erwachsen.” Die für die Vortragsreihe “Inklusion – Weg in eine neue Gesellschaft” ausgewählten Referentinnen und Referenten seien entweder aus eigener Betroffenheit oder aufgrund der Erfahrung ihrer Aufgaben in der Lage, diese veränderte Perspektive den Zuhörern zu eröffnen und sie ihnen näher zu bringen. Das Programm der Vortragsreihe “Inklusion – Weg in eine neue Gesellschaft” 20. Oktober 2011 Dr. Peter Radtke (Autor, Mitglied des Deutschen Ethikrates): “Integration und Inklusion – nur eine Frage der Terminologie?” 10. November 2011 Peter Hepp (Seelsorger für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart): “Inklusion steht und fällt mit der Assistenz.” 1. Dezember 2011 Irmgard Badura (Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung): “Bildung, Arbeit, Barrierefreiheit – wer behindert wen?” 19. Januar 2012 Veronika Raila (Alternativ kommunizierende Studentin der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und Katholischen Theologie, gemeinsam mit ihrer Mutter, der Pädagogin Petronilla Raila: “Anders als die Anderen – dadurch sind wir alle gleich” 9. Februar 2012 Rebecca Klein (Poetin, Autorin, stumme Frau mit autistischen Besonderheiten, Behindertenbeirätin) und Elke Klein (Vorsitzende trauminsel47drei e. V., Beisitzerin und Qualitätssicherung elwela e. V., Behindertenbeirätin): “Unabhängig von der Art und Schwere – Wohninklusion von Menschen mit schwersten Behinderungen” 10. Mai 2012 Prof. Dr. Andreas Hinz (Universität Halle, Leiter des Arbeitsbereiches Allgemeine Rehabilitations-/Integrationspädagogik): “Inklusive Bildung – Vision und konkretes Handlungsprogramm für jede Schule?” 14. Juni 2012 Torsten Einstmann (Leiter des Interministeriellen Arbeitsstabes bei dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen): “Wer Inklusion will, sucht Wege, wer nicht, sucht Begründungen!” Die Vorträge beginnen jeweils um 19.00 Uhr im Hörsaal IV des Großen Hörsaalzentrums der Universität Augsburg (Gebäude C), Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg. Veranstalter sind der Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik der Universität Augsburg in Zusammenarbeit mit “FISS – Forum für inklusive Strukturen an Schulen” und mit “elwela. gemeinsam leben – gemeinsam lernen Augsburg und Schwaben e. V.”